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Seit 25 Jahren wird die Aphrodite lOl nunmehr gebaut - mit der Liebe und den kompromisslosen Qualitätsansprüchen, die ihr ihre Schöpfer mitgegeben haben. Ihr Geheimis ist ihre Klassizität, der Einheitsgedanke mit strengen Klassenvorschriften, die keine konstruktiven Veränderungen zulassen. Wieso aber wurde eine so aussergewöhnliche Yacht wie die Aphrodite lOl in gerade jener Zeit entworfen? Wer waren Ihre geistigen Väter? Und: Was unterscheidet die Aphrodite lOl von vergleichbaren Yachten?
In diese Zeit hinein wurde die Aphrodite lOl durch die dänischen Yachtkonstrukteure Jan Kjaerulff und Paul Elvstroem konzipiert. Kjaerulff und Elvstroem arbeiteten in jener Zeit schon einige Jahre zusammen und entwickelten die Idee der Aphrodite lOl - der Auftrag stammte von Jörgen Juul Rasmussen, einem dänischen Segelbegeisterten, der eine Vorliebe für schnelle, leichte und sportlich-schlanke Segelyachten hatte. Kjaerulff`s Aufgabe war dabei im wesentlichen die Entwicklung der Rumpfform, während Elvstroem sich dem Deckslayout, der Beschlagsanordnung und dem Rigg widmete.
Der erste Prototyp entstand 1976 in Halmstad unter dem Namen Elvstroem 95/Mungo. Der ursprünglich 9,50 lange Rumpf wurde dann auf einer kleinen Werft auf Langeland um 60 cm verlängert, so dass er eine Länge von 10,10 aufwies, und in Aphrodite lOl (10,1 m) umbenannt wurde. Im Laufe der Saison wurde die Yacht aber wieder um ca. 15 cm im Heckbereich gekürzt, um dem damals in Dänemark geltenden Handicap-Reglement zu entsprechen, so gelangte die Aphrodite lOl zu ihrer heutigen Länge von 9,95 m (und auch das mit der Bezeichnung lOl wäre geklärt).
Jan Kjaerulff stellte fünf Prioritäten auf welche sein Werk erfüllen sollte: Elegantes Aussehen, Geschwindigkeit, Leichtes Handling, Sicherheit und Robustheit. In kurzer Zeit konnte die lOl sich eines relativ hohen Verbreitungsgrades erfreuen, was ihrem Status als Einheitsklasse natürlich entgegen kam. 1977 und 1978 gab es bereits Yachten in Deutschland, in der Schweiz, in Dänemark und sogar in den USA. So sollte das Konzept von Jan Kjaerulff letztenendes also aufgehen.
Anfängliche Kinderkrankheiten wurden schnell erkannt und verbessert: so war relativ schnell klar, dass das Rigg nicht ohne Backstagen auskommen würde, oder dass das Ruderblatt vor allem bei etwas mehr Wind auf Raumschotkursen zu klein war. Bis in die heutige Zeit wurden ausserdem noch die Mastkonstruktion zugunsten eines etwas steiferen Profiles überdacht, durchgehende Latten im Grossegel zugelassen, und ausserdem - zumindest auf dem Bodensee - ein 150% Drifter (Genua) eingeführt. Das Reglement wurde für den Bodensee ausserdem noch in ein paar weiteren Kleinigkeiten geändert, zum Beispiel sind dort aufgrund des Drifters auch Zweigangwinschen und eine Rollfockanlage erlaubt.
Ab 1978 Jahren wurden auch auf einer kleinen englischen Werft auf der Isle of Wight ca. 15 Aphrodite lOl in Lizenz von John Macintosh gebaut, die Produktion wurde dort aber in den 80ern wieder eingestellt. 1987 schliesslich musste auch die Bianca-Werft in Dänemark aufgrund finanzieller Probleme den Bau der Yachten einstellen, ab 1988 konnte sie dann aber auf der Bachs Bootswerft - ebenfalls in Dänemark - fortgesetzt werden. 1994 schliesslich wurden die Produktionsrechte von der Fa. Ott Wassersport in Meersburg am Bodensee übernommen, ein Schritt der das Weiterleben der Aphrodite lOl langfristig gewährleisten konnte. Heute kann die One-Design-Class Aphrodite lOl auf annähernd 500 gebaute Yachten in einem Zeitraum von 25 Jahren zurückblicken, eine fast einmalige Geschichte für eine Yacht dieser Grössenordnung.
Bereits heute ist die Aphrodite lOl ein Klassiker geworden, eine Legende die man noch in ferner Zukunft auf vielen Revieren antreffen wird, und mancherorts kann man auf einer Segelyacht die staunenden Worte vernehmen: "schaut mal da, eine Aphrodite lOl" Alexander Ott, August 2002 |